Unser Profil

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Die Tinnitusambulanz Heidelberg ist an das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung DZM e.V. angeschlossen. Daher werden ständig die aktuellesten Entwicklungen der Tinnitusforschung in die Praxis überführt.

Das spezielle Profil der Tinnitusambulanz umfasst folgende Aspekte:

  • Dynamisches Projektdesign/Anpassung an Trends

Das Therapiespektrum wird ständig fortentwickelt insb. durch Anpassung an verschiedene Subgruppen der Tinnituserkrankung (z.B. zunächst nur sog. tonaler Tinnitus = klarer Ton, dann Erweiterung auf die Klangqualität „Rauschen“; zunächst nur regional begrenztes Angebot mit einer Therapieeinheit pro Woche, dann Komprimierung der Therapiedauer auf fünf Tage, damit den bundesweiten Anfragen nachgekommen werden konnte).

  • Einbindung der Zielgruppe > peer-Ansatz

Durch den therapeutischen Ansatz ist die Zielgruppe automatisch angesprochen und nur durch aktive Mitwirkung von Betroffenen ist die Durchführung des Projekts möglich.

  • Einsatz kreativer Ansätze in der Betreuung

Musiktherapie gehört zu den künstlerischen Therapieformen. Tinnitus wird als Hörereignis wahrgenommen – ebenso wie Musik. Musiktherapie eignet sich daher als kreative Therapie besonders für die Behandlung von Tinnitus, da die Ohrgeräusche leicht musikalisch aufgegriffen und bearbeitet werden können.

  • Alleinstellungsmerkmal

Die Musiktherapie nach dem Heidelberger Modell ist die derzeit einzige Behandlungsform, die den Patienten durch eine aktive Auseinandersetzung mit dem Tinnitus-Geräusch einen direkten Kontrollgewinn über das Symptom ermöglicht. Die Patienten lernen also nicht, die Ohrgeräusche zu „tolerieren“ oder zu überhören, sondern das Ziel ist die unmittelbare Korrektur der dem Tinnitus zu Grunde liegenden neurophysiologischen Prozesse– bis hin zur Symptomauflösung. Damit geht diese Form der Musiktherapie davon aus, dass auch bei chronifiziertem Tinnitus durchaus kurative Ansätze möglich sind – und nicht nur ein „Managen“ des Tinnituserlebens. Die Behandlungsdauer beträgt dabei nur zehn Behandlungseinheiten, die kompakt innerhalb einer Woche durchgeführt werden.

Im internationalen Vergleich ist das musiktherapeutische Behandlungsmodell bezogen auf das Kosten-Nutzenverhältnis bei nachweisbar hochüberlegenen und nachhaltigen Ergebnissen sowie relativ geringen Behandlungskosten eine der derzeit potentesten Maßnahmen bei chronischem Tinnitus.

  • Förderung der Eigenverantwortung

Gerade der musiktherapeutische Behandlungsansatz erfordert die bewusste aktive Teilnahme der Patienten und steigert damit ihre Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Viele der gängigen Therapien (z.B. Infusionstherapie, Rauschgenerator) versetzen die Patienten in eine passive Rolle – der Patient lässt etwas mit sich geschehen und muss nur minimalen Selbsteinsatz zeigen. Die Musiktherapie strebt hingegen aktive musikalische Auseinandersetzung mit den „Ohrgeräuschen“ an.

Die Patienten erfahren, dass Tinnitus durch neurophysiologische Veränderungen im Gehirn verursacht wird, die allerdings unabhängig von der Erkrankungsdauer oder des Lebensalters positiv beeinflusst werden können – wenn die Patienten aktiv musikalisch mitarbeiten. Im Sinne der Steigerung der Selbstwirksamkeit wird mit den Patienten weiterhin erarbeitet, dass es sowohl Tinnitus verstärkende als auch Tinnitus abschwächende Faktoren gibt. Die selbstbestimmte Veränderung des Umgangs mit diesen Faktoren ist ein wesentlicher Inhalt für die weitere musiktherapeutische Bearbeitung dieser Faktoren.

  • Hilfe zur Selbsthilfe

Die Musiktherapie verzichtet vollständig auf medikamentöse oder technische Hilfsmittel (z.B. Geräuschgeneratoren oder mp3-Player). Die Patienten erlernen vielmehr aktive Möglichkeiten, sich selbst mit dem Tinnitus auseinanderzusetzen und eine selbstwirksame Kontrolle ausüben zu können.

Die über die Therapiephase hinausreichende Anwendung von spezifischen musiktherapeutischen Übungen bietet den Patienten eine überdauernde selbstwirksame Kontrolle der Tinnitussymptomatik. Im Sinne einer sekundären Prävention wissen Patienten um Strategien im Umgang mit Tinnitus auslösenden Faktoren und können einer möglichen Dekompensation nach erneuter psychischer, somatischer (z. B. HWS-Syndrom) oder audiologischer (z. B. Knalltrauma) Traumatisierung gezielt entgegenwirken.

  • Integrativer Ansatz

Tinnitus als Erkrankung mit vielfältigen Erscheinungsformen und Folgeproblemen erfordert einen integrativen therapeutischen Ansatz. So kann innerhalb der Musiktherapie sehr individuell auf verschiedene Tinnitus bedingte Problembereiche der Patienten (z.B. Kommunikationseinschränkungen, Schlafprobleme, Aufmerksamkeitsdefizite, psychische Beeinträchtigungen) Rücksicht genommen werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern verschiedener Fachdisziplinen (HNO-Medizin, Innere Medizin, Psychotherapie) kann zunächst eine optimale Diagnostik, dann eine patientenorientierte Therapie (z.B. parallele Behandlung von Komorbiditäten wie Höreinschränkung mittels Hörgeräten) sowie eine langfristige Nachsorge gewährleistet werden.

  • Interdisziplinärer Ansatz

Seit mehreren Jahren besteht eine enge Kooperation mit den Universitätsklinken Heidelberg (HNO-Medizin) und Homburg/Saarland (Neuroradiologie) sowie mit niedergelassenen Ärzten (HNO-Medizin/Internisten/Nephrologen) und Physiotherapeuten. Das Team am DZM e.V. besteht aus Musiktherapeuten, Psychotherapeuten, Musikwissenschaftlern, Musikpädagogen und Psychologen. Damit ist eine umfassende und interdisziplinäre Behandlung sichergestellt.

  • Netzwerkausbau/Multiplikatorengewinnung

Das DZM e.V. bietet regelmäßig Informations- und Fortbildungsveranstaltungen an und führt Weiterbildungsangebote durch.